In Komplexität führen

03.11.2015

„In Komplexität führen“ – Selbstführung und Führung in einer sich schnell ändernden Welt

Da musste man sich hinsetzen: Das Thema Komplexität und Selbstführung lockte eine exklusive Gruppe hochkarätiger Führungskräfte zu einem angeregten Austausch ins podium 49. Wie schon in den vorangegangenen Foren tauschten sich beim 7. Forum Führen. Gestalten. Vernetzen. Impulsgeber und Teilnehmende …

… aus Bonn und dem Rheinland auf Augenhöhe zur Thematik miteinander aus.

Kernthemen der drei Beiträge waren der organisationale und führungsbezogene Umgang mit Wissensmanagement, Kommunikation und unternehmensinternen Rahmenbedingungen. Außerdem ging es um die Unterstützung der Eigenverantwortlichkeit der Mitarbeiter in einer immer komplexer werdenden Arbeitswelt.

Zu den Führungsherausforderungen von Sandra Juraschek, Head of Project Management bei der Generali Infrastructure Services, gehört es, in der Matrix-Organisation Stakeholder unterschiedlicher Länder für eine ganzheitliche, globale Perspektive jenseits des rein lokalen Interesses zu sensibilisieren. Juraschek ist überzeugt, dass ein Leadership-orientiertes Verhalten der Führungskraft dabei eher zum Ziel führt als „Boss“-Allüren. In dem Zusammenhang ist ihr wichtig, trotz räumlicher Distanz den persönlichen Kontakt zu ihren Mitarbeitern zu pflegen. Durch Gespräche und gemeinsame Veranstaltungen wird eine vertrauensvolle Arbeitsatmosphäre geschaffen, Mitarbeiter beteiligt und ihre Eigenverantwortlichkeit unterstützt. Eine unternehmensweit einheitliche Projektmanagement-Methode sowie Kernwerte des Unternehmens liefern einen Rahmen für den Umgang mit Komplexität.

Günther Taube (GIZ GmbH) verantwortet als Abteilungsleiter Projekte mit bis zu 15 internationalen Partnern. Führung unter Komplexität in diesem Kontext bedeutet, dazu beizutragen, dass internes und externes Wissen gemanagt und in Austausch gebracht und Kooperationen in „Multi-Akteurslandschaften“ professionell gestaltet werden. Unterstützend wirkt dabei, dass die GIZ bei den Mitarbeitern und Führungskräften zunehmend auf „Kooperationsmanager“ setzt, die in der Lage sind, nach außen und innen kooperativ zu agieren. Mit „Capacity Works“ steht darüber hinaus ein einheitliches Management-Instrumentarium als Rahmen zur Verfügung. Vor diesem Hintergrund führt Taube seine hoch motivierten Mitarbeiter mit klaren Zielen, Indikatoren und Leitplanken und unter dem Motto „Create clarity from complexity“.

Auch für Michael Rosbach, Vorstand der Scopevisio AG, ist das Stichwort Wissensmanagement ein Kernfaktor im Umgang mit Komplexität. Als innovativer Anbieter aufeinander abgestimmter IT-Lösungen in der Cloud nutzt Scopevisio die Möglichkeiten der Digitalisierung und unterstützt seine Kunden dabei, Wissen an zentraler Stelle für alle Mitarbeiter zur Verfügung zu stellen und zu teilen. Der Rahmen für die Scopevisio-Mitarbeiter ist das Prinzip der Selbstorganisation der Projektarbeit. Das ermöglicht nach innen und außen einen schnellen und flexiblen Umgang mit Komplexität. Und es bedeutet für die Führungsriege ein Rollenverständnis jenseits klassischer Hierarchien. So ist selbst die Geschäftsführung bei den Projekttreffen oftmals „nur“ in der Rolle als Coach oder einfacher Teilnehmer unterwegs.

Einig sind sich die Impulsgeber abschließend, dass eine bewusst gestaltete Selbstführung gerade in der sich schnell ändernden Arbeitswelt elementar ist – egal, ob man sich persönlich für „keine Emails nach 20 Uhr oder am Wochenende“ oder „ständig online“ sein entscheidet.

Unsere Impulsgeber/innen waren:

  • Sandra Juraschek | Head of Project Management Germany, France, Austria, Czech Republic & Hungary, Generali Infrastracture Services S.c.a.r.l., Aachen
  • Michael Rosbach | Vorstand verantwortlich für Vertrieb und Business Development, Scopevisio AG, Bonn
  • Dr. Günther Taube | Abteilungsleiter Globale Partnerschaften, Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, Bonn
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