Führung in Arbeit 4.0

18.11.2016

Vor Ort: Führung, Wandel und Personalentwicklung in Zeiten von Internationalisierung und Digitalisierung

Gastgeber BOGE Rubber & Plastics ermöglichte es Führungskräften und Beratern beim 10. Forum Führen.Gestalten.Vernetzen. direkt vor Ort einen tiefen Einblick in seinen Unternehmensalltag zu gewinnen.

Nach einer Führung durch das Mischwerk, die digitale und materiale Prototypen-Werkstatt sowie  das Testing von Fertigprodukten stellten sich Peter Binner, Thomas Hansen und Peter Massury von BOGE Rubber & Plastics, moderiert durch Ralf Karabasz und Claus Pakleppa, in den BOGE-Werkhallen einem spannenden Austausch zum Thema „Führung, Wandel und Personalentwicklung in Zeiten von Internationalisierung und Digitalisierung“.

BOGE-Produkte finden sich in nahezu jedem Auto der Welt. Gleichzeitig operiert das Unternehmen auf einem hoch  kompetitiven  Markt. Im internationalen Kontext bewegt sich das bodenständige Unternehmen dabei mit beeindruckender Selbstverständlichkeit. Das Bonner Unternehmen mit chinesischem Eigner verdeutlichte im Verlaufe des Abends anschaulich die hohe Bedeutung ständiger Veränderungsbereitschaft, konsequenter Strategie, Internationalität und Kundenorientierung für den Erfolg.

Erfolgsfaktoren bei BOGE:

  • Ständige Veränderungsbereitschaft: BOGE hat sich seit seiner Gründung mehrfach geradezu neu erfunden. Dabei hat die Führung u.a. den Weg vom klassischen Abteilungsdenken hin zu Projektmanagement in der Verantwortung internationaler Projektteams geebnet. „Wir nehmen an jeder Stelle im Prozess Mauern raus.“Veränderte Anforderungen bedeuten eine „riesige Kompetenzverschiebung“ in der Mitarbeiterschaft. Heute braucht es neben dem klassischen Werkzeugmacher auch Mechatroniker und Absolventen dualer  Studiengänge, sowie kontinuierliche Weiterbildung, z.B. durch training on the job. Hier lernen regelmäßig auch die chinesischen Partner auf Besuch bei BOGE. Wie viele andere Unternehmen muss auch BOGE zudem einen Umgang mit dem Kostendruck auf dem globalen Markt finden. Restrukturierungen im Werksverbund finden regelmäßig statt: in Europa und Übersee. Denn: „Bei der Entwicklung geht es heute um Cent-Beträge. Unternehmerisches Denken muss daher bei allen vorhanden sein. Die Mitarbeiter müssen frühzeitig merken, wo etwas aus dem Ruder läuft.“
  • Konsequente Strategie: Schon vor Jahren hat BOGE mit der Verlagerung von Basis-Produkten im Fahrwerksbereich hin zur Produktion komplexer High-Tech Produkte zunehmend auf die Entwicklung eines völlig neuen Portfolios gesetzt – nicht, ohne dabei auch Federn zu lassen: „Wenn wir vorher alles gewusst hätten, auf was wir uns einlassen, hätten wir es eventuell nicht angefangen. Aber es ist wichtig, eine Kernstrategie erstmal kontinuierlich zu verfolgen. Und aus heutiger Sicht ist es gut, dass wir das getan haben. Man braucht ein paar Themen an denen man sieht, dass Veränderung auch ein Vorteil ist.“
  • Internationalität: Diese beginnt bei BOGE mit einer Mitarbeiterschaft in Bonn, die in allen Kundensprachen kommunizieren kann. Der Standort genießt aufgrund seiner guten, auf internationale Bedürfnisse ausgerichteten Infrastruktur eine hohe Attraktivität für Mitarbeiter aus dem Ausland. Peter Binner: „Die Partner kommen gerne nach Bonn, weil wir hier alle Nationalitäten haben, internationale Unternehmen, die internationale Schule, ein Kino, das Filme in den Originalsprachen zeigt …“ Haltung von Wertschätzung und Vertrauen: Das Unternehmen entwickelt seine Prototypen im ständigen Abgleich mit den Kunden. „Bei uns steht der Kunde ganz vorne. Unsere Grundhaltung ist mit den Worten ‚freundliche Kompetenz‘ zusammengefasst. Der Kunde braucht Vertrauen in das, was wir vorschlagen, und unsere Leute müssen verstehen, was der Kunde will. Da gibt es kein ‚das geht nicht‘, sondern das Motto ist: ‚der zahlt und dem helfe ich‘.“ – „Das ist ja ‚agiles‘ Arbeiten und ‚design thinking‘ ohne es so zu nennen.“schlussfolgerte Moderator Ralf Karabasz.Mit dem chinesischen Eigner erlebt BOGE eine Win-Win-Situation: Gerade durch den chinesischen Eigener hat BOGE viele Freiheiten erhalten. „Sie wollen wirklich verstehen, wie wir arbeiten und begegnen uns mit Anerkennung.“Die Herausforderung für die Zukunft sieht BOGE darin, als Unternehmen Werte zu schaffen, von denen auch die schnell lernenden Chinesen weiterhin sagen: „Wir brauchen die!“. So ist das Fazit des Abends, das gerade in der Internationalisierung viele Chancen liegen, wenn es Unternehmen weiterhin gelingt, die Herausforderungen positiv anzunehmen.
Artikel teilen