16. Forum Führen. Gestalten. Vernetzen. – on Tour zum Thema „Der Kapitän dankt ab? Chance und Grenzen von Selbststeuerung und Führung.

Veränderte Arbeitswelten und wir Organisationen diese gestalten, werden auch 2020 und darüber hinaus ein wichtiges Thema sein.

Zum Auftakt in 2020 fand das 16. Forum. Führen. Gestalten. Vernetzen. – on Tour in Zusammenarbeit mit der SYNERGIE VertriebsDienstleitung GmbH in den Räumen der tarent solutions GmbH statt.

Nach einer Führung durch die tarent solutions GmbH führte Claus-Bernhard Pakleppa (p4d) durch einen inspirierenden Abend, der dank der anschaulichen Beiträge der drei Impulsgeber*innen Einblicke in die Herausforderungen von Selbststeuerung und Führung in ihren Unternehmen.

Danach tauschten sie sich mit den 45 Gästen über agile Führungsmethoden, Mut zur Veränderung und Chancen und Grenzen, die daraus resultieren, aus.

Wie funktioniert die Übernahme von Selbstverantwortung im neuen Jahrzehnt – fragt Veranstalter und Moderator Claus Pakleppa seine drei Impulsgeber*innen auf dem 16. Forum Führen. Gestalten. Vernetzen am 14. Januar 2020 bei der tarent solutions GmbH und bekommt Antworten, die zeigen, dass erfolgreiche Unternehmen mit dieser Frage sehr unterschiedlich umgehen:

Dr. Stephan Barth berichtet, wie sich beim Softwareentwickler tarent das Thema Selbststeuerung, getrieben durch die Führungsebene, wie auch durch die Belegschaft, mittlerweile durch nahezu alle organisationalen Bereiche zieht. Anstelle von Kontrolle und Weisungsmacht durch die Führungsebene arbeitet tarent nach dem Prinzip der Teamverantwortung und des Einhaltens eines übergreifenden, organisationalen Regelwerks. Entscheidungen konsequent in die Teams zu verlagern, und die Ergebnisse auszuhalten, auch, wenn man selber möglicherweise anders entschieden hätte, gehört für die Führungsebene von tarent zum Tagesgeschäft. Das gibt Raum für die Gestaltung neuer Themen und Geschäftsfelder und führte auch auf Mitarbeiterebene mehrheitlich zu einer hohen Identifikation mit dem Unternehmen und einer sehr geringen Mitarbeiterfluktuation.

In den DEUTA-Werken wurde über viele Jahre sehr erfolgreich, vorwiegend auf Basis von Anweisung und Kontrolle, gearbeitet. Der durch staatliche Regularien getriebene Bahnzulieferer arbeitet aktuell gezielt darauf hin, das Thema Selbststeuerung in ausgewählten Bereichen des Unternehmens punktuell und sukzessive in das Traditionsunternehmen integrieren. Als Treiberin und „Maßnahme“ dieses Prozesses, legt Dr.- Ing. Georgia Papaioannou besonderes Augenmerkt darauf, Führungskräfte und Mitarbeiter*innen mit Fingerspitzengefühl an die Thematik heranzuführen. Ein gutes und wertschätzendes Verständnis der organisationalen und Mitarbeiterbezogenen Herausforderungen und Perspektiven sowie Zeit für die Umsetzung sind aus ihrer Perspektive unerlässlich, um den dafür notwendigen Kulturwandel nachhaltig zu begleiten.

Bei Lekkerland, das seit einem Jahr zur ReWe Gruppe gehört, wird noch ausgehandelt, auf welchen Ebenen ein Fokus auf bewusst integrierter Selbststeuerung sinnvoll sein kann, um den Markt weiterhin erfolgreich zu bedienen. Thomas Teetz hält den Mut der Führungskräfte mit einem neuen Rollenverständnis zu experimentieren, für eine entscheidende Schlüsselkompetenz, um mit den Herausforderungen und Chancen veränderter Märkte, neuer Technologien und sich wandelnden Mitarbeiterbedürfnissen gut umzugehen und die Potenzialen der Selbststeuerung zu nutzen.

Im Fazit stellte Claus Pakleppa und seine Impulsgeber*innen u.a. fest, dass das Element der Selbstführung in Unternehmen auf ganz unterschiedlichen Ebenen erfolgsversprechend ist. Dabei geht es nicht darum, auf allen Ebenen Selbststeuerung einzuführen, sondern zu eruieren und zu experimentieren, auf welchen Ebenen der Ansatz zum Unternehmen passt. Erfolgreiche Selbststeuerung ist zudem mehr eine Haltungsfrage, als eine Frage spezifischer Tools und Methoden. Für die Einführung und Etablierung selbststeuernder Elemente ist das Commitment der obersten Führungsebene unerlässlich. Und im Rahmen des notwendigen Kulturwandels sowie im unternehmerischen Alltag unterstützen gemeinsam geteilte und gelebte Leitbilder, verbindliche organisationale Regelwerke sowie ein Höchstmaß an Offenheit und Transparenz.

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